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Instagram kennzeichnet und begrenzt Reichweite von KI-Profilen

Instagram ersetzt das Label 'AI creator' durch 'AI-generated profile' und drosselt die Reichweite von Konten mit KI-generierter Person, die dies nicht offenlegen.

Die nullbot-RedaktionVeröffentlicht am 2. September 20263 Min. LesezeitQuellen (2)
Instagram-App-Symbol auf einem Smartphone-Bildschirm
Yuri Samoilov · CC BY 2.0 · Wikimedia Commons

Existiert die Person in deinem Feed wirklich? Ein Konto kann Reisefotos, Trainingsvideos und Mode-Beiträge zeigen und sogar eine Community von Followern haben, die mit ihm interagiert – ohne dass dahinter ein echter Mensch steht. Am Montag, dem 31. August 2026, kündigte Instagram eine Änderung an, wie es Profile kennzeichnet, die um KI-generierte Personen herum aufgebaut sind, und fügte eine neue Konsequenz hinzu: Konten, die dies nicht offenlegen, werden künftig in ihrer Reichweite eingeschränkt.

Von 'AI creator' zu 'AI-generated profile'

Das Label, das bislang manche Creator als 'AI creator' auswies, wird durch 'AI-generated profile' ersetzt – eine Bezeichnung, die laut dem mexikanischen Medium Expansión deutlicher machen soll, dass das Profil eine künstliche Person zeigt und keinen menschlichen Creator. Laut TechCrunch erklärte das Unternehmen, das neue Label solle darauf hinweisen, wenn die im Profil gezeigte Person mit KI generiert oder wesentlich mit KI erstellt wurde. 'Da generative KI eine immer größere Rolle dabei spielt, wie Menschen kreativ werden, haben wir gehört, dass Nutzer es nicht mögen, ein Profil zu sehen, das menschlich wirkt, nur um später festzustellen, dass die gezeigte Person KI-generiert ist', schrieb Instagram in seiner Ankündigung. 'Sie wollen wissen, wenn ein Profil eine KI-generierte Person zeigt.'

Ohne Label weniger Reichweite

Die eigentliche Neuerung ist nicht nur der Name: Nach der neuen Richtlinie könnten Creator, die ein KI-generiertes Profil nicht korrekt kennzeichnen, eine reduzierte Reichweite erfahren, einschließlich der Sichtbarkeit in Empfehlungsfunktionen. Wer das Label dagegen verwendet, wird nicht allein dafür bestraft, dass eine KI-generierte Person im Mittelpunkt des Profils steht. Das Label zu setzen ist freiwillig, aber Instagram erklärt, eigene Systeme einzusetzen, um Konten zu erkennen und zu markieren, die nach Einschätzung des Unternehmens Inhalte mit einer KI-generierten Person veröffentlichen, ohne dies offenzulegen.

  • Label erforderlich: ein Profil, dessen zentrale Figur mit KI generiert oder wesentlich mit KI erstellt wurde.
  • Label nicht erforderlich: Fotos mit KI bearbeiten, Bildunterschriften glätten oder Grafiken erstellen macht ein Konto noch nicht zum 'AI-generated profile'.
  • Folge ohne Label: reduzierte Reichweite, auch bei Empfehlungen.
  • Folge mit Label: keine Strafe allein dafür, eine KI-generierte Person zu zeigen.

Die Fälle hinter der Änderung

Die Ankündigung fällt in eine Zeit, in der mehrere Vorfälle das Problem offengelegt haben. Anfang des Jahres wurde die Dating-App Goose Gegenstand einer Wired-Recherche, nachdem ein Netzwerk offenbar KI-generierter männlicher Influencer, die als echte Männer dargestellt wurden, die App auf Instagram beworben hatte; Wired identifizierte mehr als zwei Dutzend solcher Konten, von denen einige potenzielle Nutzer per Direktnachricht kontaktierten, um sie zur Registrierung zu bewegen. Im Juli berichtete die New York Times, Hunderte KI-generierte Profile von angeblichen Ärzten, Heilern und Wellness-Persönlichkeiten in sozialen Medien gefunden zu haben, die Nahrungsergänzungsmittel bewarben oder Gesundheitsbehauptungen gegenüber ihren Followern aufstellten.

Die Änderung folgt zudem auf Kritik an einem KI-Tool von Instagram, mit dem Nutzer Bilder mit dem Aussehen anderer Personen erzeugen konnten, ohne deren ausdrückliche Zustimmung; Meta hat diese Funktion inzwischen entfernt. Und sie kommt nur eine Woche, nachdem Meta mit mehreren US-Bundesstaaten einen Vergleich über bis zu 18 Milliarden Dollar wegen der Auswirkungen von Facebook und Instagram auf Kinder und Jugendliche erzielt hat – ein Vergleich, der ein standardmäßiges tägliches Nutzungslimit von zwei Stunden für Jugendliche, einen 'Nachtmodus' und stummgeschaltete Benachrichtigungen während der Schulzeit vorsieht.

Wie man laut Instagram Widerspruch einlegt

Instagram räumte ein, dass seine Erkennungssysteme Fehler machen können. Laut TechCrunch erklärte das Unternehmen, ein Profilinhaber könne das Label 'AI-generated profile' freiwillig hinzufügen, damit es die Art des Kontos korrekt widerspiegelt, oder gegen die Entscheidung Widerspruch einlegen, wenn er die Einstufung für falsch hält. Creator können im 'Account Status' prüfen, ob ihre Reichweite eingeschränkt wird, und von dort aus Widerspruch einlegen.

Was sich für deutsche Marken und Creator ändert

Für deutsche Agenturen und Marken, die auf Instagram bereits virtuelle Influencer oder KI-generierte Personas einsetzen, erzwingt die Änderung eine sofortige Überprüfung: Jedes Profil mit einer synthetischen Hauptfigur muss das Label 'AI-generated profile' aktivieren, bevor Metas Systeme es erkennen und die Verbreitung still reduzieren. Für Creator in Deutschland, die KI nur zum Nachbearbeiten von Fotos oder Glätten von Bildunterschriften nutzen, ist die Regel entlastend: Sie betrifft sie nicht, denn das Label ist Fällen vorbehalten, in denen die Person des Profils selbst künstlich ist. Für deutsche Marken geht es dabei ebenso um Vertrauen wie um den Algorithmus: In einem Markt, in dem das Vertrauen der Verbraucher in Influencer ohnehin fragil ist, kann das Verschweigen eines KI-generierten Gesichts teurer werden als der Verlust an Reichweite.

Quellen

  1. ¿Sigues a una persona que no existe? Instagram empieza a marcar perfiles creados con IAExpansión · 31. August 2026
  2. Instagram puts new limits on undisclosed AI profilesTechCrunch · 31. August 2026

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